Synology Diskstation im Apple Umfeld

Synology DSM

Synology Diskstation Manager

Die Synology Diskstation ist ein NAS (Network Attached Storage), das es in verschiedenen Größen und Leistungsvarianten gibt. Angefangen mit dem Modell für eine Festplatte, gibt es Modell mit 24 Festplatten Einschüben, die sich optional sogar noch erweitern lassen. Billigere Modelle sind mit ARM CPU ausgestattet, leistungsfähigere mit x86 Mehrkernprozessoren. Synology versucht mit seinen NAS Produkten den Markt vom Privatanwender, bis zum Großunternehmen abzudecken.

Im wesentlichen gibt es folgende Gründe sich ein NAS zuzulegen:

  • Datenzentralisierung
  • Datensicherung
  • Potentiell große Volumes
  • Erhöhung der Datensicherheit durch diverse Raid Modi
  • Teilen der Daten mit mehreren Benutzern
  • Zugriff auf die Daten mit mehreren Endgeräten
  • Zugriff auf die Daten mit Desktop Rechnern (Mac, Windows)
  • Zugriff auf die Daten mit Smart Devices, wie Smartphones und Tablets (iOS, Android)
  • Anbieten von Medien (Fotos, Musik, Filme, etc.) für unterschiedliche Benutzer und Endgeräte

Ich setze NAS auch beruflich ein, möchte in diesem Artikel allerdings den Schwerpunkt auf den Einsatz im privaten Umfeld, mit Fokus auf dem Benutzer von Apple Produkten, legen.

Vorausschicken möchte ich, dass man sich den Blick in Apple’s Bauchladen sparen kann. Es gibt zwar eine Mac OSX Server Version, die ich auch jahrelang im Einsatz hatte, aber damit lässt sich mit vertretbaren Aufwand kein vergleichbares Ergebnis für den multimedialen Heimbenutzer erzielen. Mac OSX Server legt den Fokus auf den Business Bereich, aber selbst dort gibt es zweifelsfrei attraktivere Produkte.

Apple Hardware, die für den Anwendungsfall Heimserver in Frage käme, ist im Wesentlichen der Mac mini. Diese sind zwar leistungsfähige Rechner mit geringem Stromverbrauch, aber alleine schon wegen der Limitierung an Festplattenslots für den Einsatz als Medientank ungeeignet. Man müsste sich mit externen DAS (Direct Attached Storage) behelfen, die man entweder mit Thunderbolt, USB 3.0, oder Firewire 800 anbinden könnte. In Summe eine Lösung, die weniger elegant als ein NAS ist, dabei massiv mehr kostet.

NAS Produkte gibt es viele am Markt. Einige davon habe ich mir näher angesehen. Für den Heimanwender gibt es, aus meiner Sicht, derzeit kein besseres NAS als die Synology Diskstation. Ich selbst besitze eine Synology Diskstation DS1813+.

Die wohl wichtigsten Punkte, die für Synology sprechen, sind die übersichtliche und leistungsfähige Administrationsoberfläche, das stabile OS, das häufig Updates erfährt, und die hohe Anzahl an installierbaren Software Packages. Nicht zu vergessen Synology Hybrid Raid, was einer meiner ursprünglichen Entscheidungskriterien war.

Synology Hybrid Raid (SHR)

Synology Hybrid Raid

Synology Hybrid Raid (SHR)

Standardkonforme Raid-Varianten haben eine unangenehme Einschränkung, es können nur Festplatten gleicher Größe verwendet werden, oder exakter ausgedrückt, es kann nur der Speicherplatz einer Festplatte verwendet werden, der der kleinsten Platte im Raid-Verbund entspricht. Steckt man z.B. zwei 2TB- und zwei 3TB-Platten in ein NAS um einen Raid 5 Verbund zu konfigurieren, können zwar alle Platten verwendet werden, allerdings werden von jeder Platte nur 2TB Speicherplatz aktiv benützt.

Mit dieser Einschränkung räumt Synology auf. Hybrid Raid ist eine probrietäre Technology, die es erlaubt Festplatten unterschiedlicher Größe zu verwenden, und das mehr an Speicherplatz der größeren Platten auch aktiv zu nützen. Beim SHR (Synology Hybrid Raid) wird jede Festplatte in kleinere Abschnitte unterteilt. Dadurch wird zusätzlicher redundanter Speicher erstellt, und die Kapazität der einzelnen zu verwendenden Festplatten kann maximal ausgeschöpft werden. Mit SHR orientiert sich Synology an der probrietären Raid Technology Beyond Raid des Herstellers Drobo, der derartige Funktionalität schon länger, und auch etwas umfangreicher beherrscht. Eine Einschränkung von SHR gibt es, die Beyond Raid nicht hat. Eine Festplatte, die neu zu einem Raid Verbund hinzugefügt wird, muss mindestens so groß sein wie die kleinste Platte, die sich bereits im Verbund befindet. Kein Beinbruch, nachdem man ein Raid-Volume in der Regel durch größere Medien erweitert, aber es soll nicht unerwähnt bleiben. Abgesehen von den probrietären Raid Modi sind die Synology NAS Produkte den Drobo NAS überlegen. Die weiteren Hauptkonkurrenten von Synology, wie Qnap, Thecus und Buffalo bieten derartige probrietäre Raid Funktionalitäten leider nicht an. Gut für Synology, schlecht für die Konsumenten.

Software Features

Wollen wir uns mal ein wenig auf die für Apple User interessanten Software Features stürzen. Überspringen möchte ich die File-Sharing Funktionalität, die kann jedes NAS. Synology kann sich hier nicht von der Konkurrenz abheben, unterstützt alle wesentlichen Protokolle wie AFP, SMB/CIFS, FTP, NFS, und natürlich User- und Gruppenverwaltung inklusive Disk Quota.

Time Machine

Mit wenigen Clicks ist die Diskstation als Time Machine Sicherungsziel eingerichtet. Es reicht einen beliebigen Share anzulegen, auf welchem der Zugriff mittles AFP konfiguriert wurde. Es ist nur möglich einen Share für Time Machine zu verwenden. Pro Mac, der auf den Share sichert, wird ein eigenes Sparse Bundle angelegt. Gleich wie es auch beim Sichern auf einem Mac Server, oder der Time Capsule, der Fall ist. Es empfiehlt sich für Time Machine einen eigenen User zu verwenden, und diesem ein Disk Quota zu konfigurieren, damit der maximale Speicherplatz, den Time Machine verwenden darf, limitiert wird.

Ich sichere meine wirklich wichtigen Daten auf mehrere Medien. Time Machine habe ich auf der Diskstation seit mehreren Monaten fehlerlos in Verwendung. Nachdem ich eine ausgeprägte Datenverlustsparanoia habe, hab ich testweise einen Mac aus einem Time Machine Backup von der Diskstation wiederhergestellt. Erfreuliches Fazit, es hat alles einwandfrei funktioniert.

Medienserver

Was das Thema Multimedia betrifft, hat Synology auf alle Anforderungen eine, mehr oder weniger gute, Antwort. Angereichert wird das hauseigene Angebot unter anderen von der eierlegenden Wollmilchsau Plex. Mir persönlich ist wichtig, dass eine potentielle Lösung das abspielen der Medien auf allen meinen Endgeräten (Mac, iPhone, iPad, Apple TV) erlaubt, und zwar ohne zutun. Der Medienserver muss Multi-User fähig sein, d.h. jeder Benutzer soll eine eigene Sicht auf die Medien haben, bzw. soll die Möglichkeit haben sich alles nach seinem Geschmack anzupassen, ohne die anderen Benutzer zu beeinflussen.

Für alle seine Serverdienste bietet Synology für den Zugriff sehr gute iOS Apps, die allesamt gratis sind und häufig Updates erfahren. Auf Rechnern greift man ausnahmslos mittels Browser zu, das gefällt mir weniger. Desktop Apps würden der User Experience gut tun, wenngleich im Browser alles reibungslos funktioniert. Synology ist hier sehr bemüht die Serverdienste und Apps laufend weiterzuentwickeln. Das User Interface der Apps, und deren Optik im iOS 7 Look, ist absolut gelungen. Ich werde die Apps nicht alle im Detail betrachten, sie tun, was sie sollen. Wenn ihr Fragen zu den Apps habt, bitte einfach einen Kommentar hinterlassen, ich beantworte gerne alle Fragen.

 

Video

Video Station

DS Video iPad

DS Video iPad

Das Produkt, das Synology für Video in Petto hat heißt Video Station. Mit der Video Station kann man sich unterschiedliche Mediensammlungen anlegen, z.B. Filme, TV-Serien, Heimvideos. Der Zugriff auf die Sammlungen lässt sich auf User Basis regeln, die Multi-User Anforderung ist also erfüllt. Die Meta-Daten von Filmen und TV-Serien werden aus dem Internet geladen, sofern man sich an Namenskonventionen der Videofiles hält. So das Versprechen, das allerdings unzureichend gehalten wird. Bei vielen meiner Filme und TV-Serien werden falsche, oder gar keine Metadaten, geladen.

Man kann sich in der Video Station manuell Watchlists anlegen, aber man hat keinen durchgängigen Überblick darüber, welche Filme und TV-Serien man bereits gesehen hat. Bei Serien wird ein Flag bei der zuletzt betrachteten Episode gesetzt. Schaut man zwischendurch eine ältere Folge, dann wandert das Flag mit. Bei Filmen gibt es gar keinen Abspielstatus. Bei großen Videosammlungen verliert man schnell den Überblick.

MP4- & MV4-Daten werden anstandslos abgespielt, sofern sie nicht mit DRM versehen sind. Erfreulicherweise werden auch mehrere Tonspuren und eingebettete Untertitel anstandslos wiedergegeben und angezeigt. So ziemlich alle gängigen Videoformate werden von der Video Station abgespielt. Wenn das Endgerät das vorliegende Videoformat nicht direkt abspielen kann, wird live konvertiert, sofern man eine Diskstation mit x86 CPU sein Eigen nennt. Die live Konvertierung funktioniert, wenngleich die Diskstation bei HD Videos, spätestens bei 1080p, eindeutig an die Leistungsgrenzen gelangt. Dafür ist selbst die Diskstation 1813+, eines der größeren und stärkeren Modelle, zu schwach. Keine große Überraschung für mich, dass hier die Intel Atom CPU schwächelt, dafür sind sie nicht gemacht.

Einen kompatiblen DVB-T/C/S Tuner vorausgesetzt, kann man die Diskstation auch als PVR einsetzen. Hab ich, mangels Bedarf, nicht ausprobiert. Die Erfahrungsberichte, die im Internet zu finden sind, sind eher durchwachsen.

Die iOS App für die Video Station, DS Video, (universal) unterstützt Airplay.

Fazit der Video Station

Für kleinere Videosammlungen mag es Benutzer zufrieden stellen, ich finde das Produkt, trotz guter Ansätze, unter dem Strich unausgereift und rate zu Plex.

Plex

Was Medien betrifft, unterstützt Plex das gesamte Portfolio von Film, TV-Serien, Heimvideos, Fotos und Musik. Alles unter einer Haube, aber nicht alles gut. Fotos und Musik werden zwar unterstützt, aber ich betrachte das mehr als Add on. Für beide Medientypen gilt, dass die Funktionalität äußerst limitiert ist.

Was Plex allerdings gut kann, ist das Thema Video. Auch für Plex gilt, hält man sich an Namenskonventionen der Videofiles, dann werden die Metadaten von Services aus dem Internet geladen. Im Gegensatz zu Synology’s Video Station funktioniert das in 99% der Fälle sehr gut, inklusive Covers. Bei Plex ist ersichtlich, welche Filme und Serien man bereits gesehen hat. Multi-User Support gibt es, ist allerdings Bestandteil des kostenpflichtigen Plex Pass, der zusätzlich weitere Pro Features, wie Offline Sync enthält.

Plex spielt alle gängigen Videoformate und unterstützt live Conversion für Endgeräte, die das Ursprungsmaterial nicht nativ unterstützten. Die live Conversion funktioniert, mit der Einschränkung das HD Videomaterial die Diskstation überfordert. Was das Thema Video betrifft bin ich mit Plex sehr zufrieden. Ich finde Plex besser als jede andere Videostreaming Lösung, die ich probiert habe, inklusive iTunes.

Aber auch Plex kann mit ein paar wenigen Unschönheiten aufwarten. Kapitelmarken und eingebettete Untertitel funktionieren zum Bespiel nicht. Des Öfteren ist es mir mittlerweile passiert, dass sich bei Software Updates unangenehme Fehler eingeschlichen haben, u.a. ging mal Airplay bei der iOS-App nicht mehr, was meinen gesamten Workflow gekillt hat.

Plex Clients gibt es für iOS (universal App) und Mac, zusätzlich ein Web-Interface. Neben den Apple Plattformen unterstützt Plex so ziemlich alle gängigen Desktop- und mobilen Betriebssysteme.

Die Plex App unterstützt Airplay.

Fazit von Plex

Sehr umfangreiche Videostreaming Lösung, die kaum Wünsche offen lässt. Pro Features lassen sich durch einen fairen monatlichen Betrag, oder einer lebenslangen Lizenz, dazu buchen. Plex unterstützt alle gängigen Plattformen und ist die derzeit kompletteste Videostreaming Lösung am Markt. Untertitel mag Plex nicht besonders, die Qualitätssicherung bei Updates ist verbesserungswürdig. Viel Licht, wenig Schatten!

Ich habe mich nach langem Test für Plex als Videoplattform entschieden. Für SD Videos ist Plex auf der Diskstation sicher eine empfehlenswerte Lösung, wenn HD Videos ein Thema sind, dann kommt es darauf an. Liegen die Videos in einem Format vor, die die gewünschten Endgeräte nativ abspielen können, dann kann man ohne weiteres Plex auf der Synology Diskstation betreiben. Wenn die HD Video vor dem abspielen live konvertiert werden müssen, dann kann man zwar seine Medien am NAS ablegen, es empfiehlt sich aber den Plex Server auf einer performanteren Maschine zu betreiben. Ich habe Plex auf einem betagten Mac Mini mit Core 2 Duo Prozessor getestet, selbst dieser ist um Eckhäuser schneller als ein NAS mit Intel Atom Mehrkernprozessor.

Man kann sich damit helfen, dass man HD Videos vorweg in das gewünschte Endformat konvertiert, dann entfällt die Prozessorlast für die live Konvertierung am NAS.

Musik

Audio Station klein

Audio Station im Browser

Mit dieser Aussage werde ich vermutlich polarisieren, aber hier habe ich noch nichts annähernd gutes wie iTunes in Kombination mit iTunes Match gefunden. Das gilt allerdings nur für den Single-User Betrieb, wenngleich sich mit iTunes Match für einen Benutzer komfortabel mehrere Apple Endgeräte unter einem Hut bringen lassen. Was Multi-User Betrieb betrifft, hat iTunes wenig aufzuwarten.

Der Multi-User Ansatz von Apple heißt Privatfreigabe, was ich als mißlungenen Witz einordne, so schlecht und unvollständig ist die Implementierung. Apple’s iTunes funktioniert für mehrere Benutzer eigentlich nur vollständig, wenn jeder Benutzer eine eigene Library verwendet, und das im Jahr 2014. Apple – Shame on you.

Das Produkt von Synology in dieser Sparte heißt Audio Station. Der Multi-User Support ist vorbildlich. Audio Station spielt alle gängigen Formate ab, die man der Software vorsetzt. Ähnlich komplexe Statistiken wie bei iTunes, z.B. Playcount, Bitrate, letztes Mal gespielt, etc. bekommt man nicht, dementsprechend sind die Playlisten nicht gleichwertig granular erstellbar. Die wichtigsten Funktionen sind allerdings vorhanden und übersichtlich und verständlich gestaltet. Für das Gros an Nutzern wird die Funktionalität von Audio Station vermutlich ausreichen.

Die Software schwächelt bei Hörbüchern. Diese werden zwar problemlos abgespielt, auch im Format M4B, aber die Audio Station merkt sich nicht die Position, an der ein Hörbuch pausiert wurde. Für Hörbuchfans ist das ein großer Nachteil im Vergleich zu iTunes.

In den iOS Apps lässt sich die Musik streamen, man kann allerdings auch Musik für den offline Betrieb auf das iOS Gerät synchronisieren. Das kann man mit einem Klick manuell für einzelne Lieder, aber auch ganze Alben, anstossen. Oder man verlässt sich auf den offline Cash, auf dessen Größe man Einfluß hat. D.h. die letzten Lieder, die gespielt wurden, befinden sich automatisch lokal am Gerät. Die Maximalgröße des Cashes ist 2000 Lieder, der Cash kann auch gänzlich deaktiviert werden.

Fazit

Unter dem Strich ist die Audio Station eine runde Geschichte. Das User Interface und die Funktionalität passt, Multi-User Support ist vorhanden. Abgespielt werden alle gängigen Formate. Für Pro Anwender ist Luft nach oben, featureseitig hat iTunes eindeutig die Nase vorne. Hörbücher mag die Audio Station nur begrenzt. Nichtsdestotrotz ist die Audio Station eine schöne Lösung, mit welcher die meisten Nutzer zufrieden sein dürften.

Fotos

Es gibt viele mehr oder weniger gute Cloud basierende Foto Hosting Services, manche kostenpflichtig, manche gratis, die das öffentliche, aber auch private, teilen der Fotos zulassen. Das Spectrum ist hier breit gefächert. Manche richten sich an professionelle Fotografen, manche an Privatpersonen, manche adressieren beide, und dann gibt es noch Foto-Sharing im Social Network.

DS Photo iPad

DS Photo iPad

Die Cloud basierenden Lösungen setzen großes Vertrauen an den Anbieter voraus, das Thema Datensicherheit ist ein großes Thema. Sharing in der Cloud verlangt nach ausreichend Bandbreite. Speziell in Upstream Richtung sind viele Anwender reichlich beschränkt.

Wünscht man eine gemeinsame Datenbasis an Fotos im eigenen Haushalt, dann wäre es reichlich absurd wenn alle Familienmitglieder, die im gleichen Haushalt leben, ihre Fotos in die Cloud schieben. Ich verwalte meine Daten, besonders die sensiblen, generell lieber selbst. Mein Vertrauen gegenüber den verschiedensten Anbietern, vor allem jene, die ein Service gratis anbieten, hält sich in Grenzen.

Die Synology Implementierung für die Fotoverwaltung heißt Photo Station. Die Verwaltung der Photo Station ist denkbar einfach. Man konfiguriert einen Share, der für die Photo Station bestimmt ist, oder greift auf den default Share zurück. Ordner auf diesem Share werden als Fotoalben dargestellt. Das Web Frontend der Photo Station ist intuitiv und ansehnlich gestaltet. Man kann den Zugriff auf User- und Gruppenbasis reglementieren. Alternativ lässt sich pro Benutzer auch ein Privatbereich anlegen, wobei in diesem Fall ein Ordner im Home-Laufwerk des Users angelegt wird. Die Fotos lassen sich nach Alben oder Zeitachse sortieren, befinden sich GPS Metadaten in den Dateien kann man sich die Fotos auch auf einer Karte darstellen lassen.

Die Photo Station stellt die Metadaten inklusive Tags und GPS-Locations dar, man kann diese auch direkt in der Photo Station verändern, bzw. ergänzen. Die Photo Station unterstützt Smart Folders, bei deren Erstellung auch Metadaten als Kriterium angegeben werden können. Zu den Fotos können Kommentare hinterlassen werden.

Die zugehörige iOS App DS Photo ist absolut gelungen und nimmt auf die Möglichkeiten des Touch Interfaces von iPhone und iPad gleichermaßen Rücksicht. Ein sehr praktisches Feature der iOS App ist der Sofort-Upload. Man kann in der App einen Ordner auf der Diskstation definieren, in welchen automatisch alle Fotos des iOS Gerätes gesichert werden. Die Sicherung kann über WLAN/Cellular erfolgen, oder nur auf WLAN beschränkt werden.

Fazit

Das ist nur ein Auszug der Möglichkeiten der Photo Station. Was die Synology Multimediadienste betrifft, ist die Photo Station das kompletteste Angebot. Mit diesem Produkt braucht sich Synology nicht hinter den großen Cloud Anbietern verstecken. Der Ansatz ist natürlich ein anderer. Letztendlich ist es eine Frage der Bedürfnisse der Benutzer, ob sie ihre Fotos lieber selbst hosten, oder sie einem Cloud Anbieter anvertrauen. Erstere werden sicherlich mit der Photo Station ihre Freude haben, einfacher lassen sich Fotos nicht selbst für eine gemeinsame Benutzergruppe verwalten.

Cloud Station

DS Cloud iPad

DS Cloud iPad

Bei der Cloud Station handelt es sich um ein privates Cloud Service. Es funktioniert ähnlich der Dropbox, nur das sich der Hub nicht bei einem externen Anbieter, sondern auf der heimischen Diskstation befindet. Es werden ein, oder mehrere Shares bestimmt, die zwischen den unterschiedlichen Endgeräten synchronisiert werden, d.h. auf allen Endgeräten im Verbund steht ein identisches Abbild zur Verfügung, das auch offline bearbeitet werden kann.

Wie bei Dropbox gibt es eine Versionsverwaltung, es kann auf frühere Versionen einer Datei zurückgegriffen werden. Im Gegensatz zur Dropbox können auch mehrere Shares synchronisiert werden. Das Teilen von Daten in einer Gruppe ist ebenfalls möglich. Clients stehen für Windows, Mac, Linux, iOS und Android zur Verfügung.

Fazit

Ich habe Cloud Station eine Weile getestet und war soweit recht zufrieden damit. Im Endeffekt funktioniert die File Synchronisation gleich gut wie bei bei den Cloud Service Schwergewichten, mit dem großen Vorteil, dass man volle Kontrolle über seine Files, und damit seiner Privatsphäre, hat.

Dann allerdings veröffentlichte Synology die Version 3004 des Mac Clients und die Probleme fingen an. Probleme, die mit dem Update auf die letzte Version 3005 keine Lösung erfuhren. Sobald der Cloud Station Client am Mac läuft reagiert der Finder nur mehr träge, man bekommt beim Scrollen zwischendurch immer wieder für bis zu 20 Sekunden den Beachball, ein absolutes No Go.

Betrachtet man die prinzipielle Funktionalität der Datensynchronisation, dann ist Cloud Station eine schöne Lösung, allerdings nur, wenn sie den Bug, der das Finder Lag verursacht, beheben. Dropbox hat allerdings zusätzlich den großen Vorteil seines verbreiteten API. Aus vielen mobilen Apps kann direkt auf die Dropbox zugegriffen werden, das funktioniert mit der Cloud Station, wie auch fast ausnahmslos mit den anderen Cloud Service Anbietern, nicht, und ist der größte Nachteil im Vergleich zur Dropbox.

Finale Worte

Ich hoffe es ist mir für alle Interessierten halbwegs gelungen einen Überblick über die wichtigsten Funktionen, die Vor- und Nachteile, aufzuzeigen. Wenngleich der Artikel recht lange geworden ist, habe ich nur an der Oberfläche gekratzt. Wenn es Punkte gibt, die ich weg gelassen habe, die euch aber interessieren würden, bzw. ihr Fragen zu einen der Punkte habt, bitte einfach einen Kommentar hinterlassen, ich werde versuchen alle Fragen zu beantworten.

16 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Habe mir die Synology Disk Station DS 214 Play gekauft, um alle Medien welche ich in iTunes gekauft habe, auf dem iPad oder iphone oder dem Fernseher abspielen zu können. Doch leider werden nur die Musikdaten auf allen Geräten, iPhone, iPad und Fernseher abgespielt. Die App DS Video von Synology schreibt immer wieder dateiformat kann nicht abgespielt werden. Versteh ich aber nicht, denn laut Synology funktioniert das Apple Format (mv4) . Vielleicht haben Sie ja einen Tipp, wie ich das Abspielen der Videos auf meinen mobilen Geräten schaffen kann.
    Mit freundlichen Grüßen
    Stattmann Dietmar

    • Das Format MV4 funktioniert, aber Filme, welche über iTunes gekauft/geliehen werden, sind mit DRM (Digital Right Management) versehen, d.h. haben einen Kopierschutz, mit dem Drittlösungen nicht umgehen können.

    • Du kannst sie nur über iTunes abspielen. Wenn es dir um den Speicherplatz geht, kannst du in den erweiterten Einstellungen von iTunes den Dateipfad auf die Diskstation ändern, abspielen musst du die Datei aber direkt über ein Apple Device.

  2. Ja, das habe ich schon. Aber leider muß in diesem Fall ja ein Rechner mit itunes laufen, da sonst ja die Freigabe nicht funktioniert. Aber O.K., dann muß man sich halt so helfen, aber trotzdem danke noch mal für die Hilfe.

    • Gerne! Du weißt aber schon, dass du die Videodateien, die du bei Apple gekauft hast, jederzeit über iCloud abspielen kannst? D.h. in der Videoapp auf deinem iPad sollten die gekauften Filme mit iCloud Wölkchen aufscheinen, und du kannst sie jederzeit erneut aus der Cloud runter laden, bzw. streamen. Es sollte reichen, wenn du auf deinem iPad mit deinem iTunes Account eingelogt bist.

  3. Bei Dropbox werden ja die Daten nicht aufs mobile Gerät z.B. iPhone geladen, sondern nur die Dateistruktur und die Namen. Das macht im mobilen Umfeld auch Sinn wenn man die angespannte Speichersituation betrachtet. Ist das bei der Cloud Station auch so? ansonsten wäre sie aus meiner Sicht nicht sinnvoll nutzbar…? Wäre sehr nett, wenn du mir hierzu etwas sagen könntest.

    • Mit DS Cloud, bzw. der Cloud Station werden die Daten tatsächlich auf das Gerät synchronisiert. Mit DS File greift man remote auf die Diskstation zu, ohne die Daten zu synchronisieren. Man hat mit DS Cloud allerdings die Wahl nur gewisse Ordner auf das iOS Device zu synchronisieren.
      Wenn man ein iOS Device mit 64/128GB Speicher hat, kann es schon interessant sein, einen großen Teil der Daten direkt am Gerät zu haben.
      Unter dem Strich ist Dropbox, meiner Meinung nach, rein technisch betrachtet, die elegantere Lösung, schon alleine wegen des API, durch das viele Apps direkt auf die Dropbox zugreifen können.
      Mit der Diskstation hat man den Vorteil, dass man die Kontrolle über seine Daten hat, und keine monatlichen Kosten anfallen.
      Hat alles seine Vor- und Nachteile.

  4. Hallo,

    super Artikel. Danke!
    Hast du Erfahrungen mit iPhoto und der Diskstation?
    Ich habe meine iPhoto Mediathek ausgelagert und würde gerne mit Plex die Mediathek Online verfügbar machen. Die Photostation kann das leider nicht.
    Wenn ich auf meinen Mac den Plex Server installiere verbindet der sich mit dem Plex Server auf der Diskstation und ich erkennt mein iPhoto. ich will aber nicht das der Rechner dabei an.

    Freu mich auf euer Feedback.

    Danke und viele Grüße
    Spyer

    • Hallo Spyer,

      Danke für das Lob!
      In den erweiterten Einstellungen von iPhoto kannst du konfigurieren, dass die Objekte beim Import nicht in die iPhoto Library kopiert werden. D.h., wenn du sie auf der Diskstation ablegst, dann hast du zumindest direkten Zugriff auf die Originale, nicht aber auf die Bearbeitungen, welche in der iPhoto Library gespeichert werden.
      Wenn du die iPhoto Library direkt auf der Diskstation speicherst, gibt es keine Möglichkeit die Fotos mittels Plex darzustellen, ohne dass ein Mac läuft.
      Was du machen kannst, sind die in iPhoto bearbeiteten Fotos zu exportieren, und auf der Diskstation zu speichern. Das funktioniert, meines Wissens, allerdings nur mit Aperture. Aperture hat seit einigen Version ein gemeinsames Datenbankformat mit iPhoto, und es kann daher mit beiden Programmen auf die gleiche Library zugegriffen werden. Beim Export kann konfiguriert werden, dass die Fotos automatisch in Ordnern mit dem Namen des Projektes/Ereignisses abgelegt werden.
      Ich würde in iPhoto & Aperture allerdings nicht mehr viel Zeit investieren, nachdem es demnächst von Apple’s neuer Fotos App abgelöst wird. Ich habe auf Applebits darüber berichtet.

  5. Sehr schöner und umfangreich erklärter Artikel – vielen Dank!
    Drauf gestoßen bin ich, als ich nach Erklärungen für die langsame Cloud Station suchte. Ebenfalls Apple Umfeld und es sollten lediglich <2TB synchronisiert werden. Beim iMac Retina lief der Lüfter hoch und nach einigen Minuten war sogar der Dienst der Cloud Station abgestürzt (musste manuell via Aktivitätsanzeige gekillt werden).
    Offenbar existieren auch heute noch Probleme.

    • Vielen Dank für dein Lob! Ich kann leider bestätigen, dass die Cloud Station Synchronisationsprobleme in DSM 5.1 noch immer bestehen. Ich habe die Beta von DSM 5.2 nicht getestet, vielleicht wird es künftig besser, viel Hoffnungen mache ich mir nicht.
      Wenn du auf Cloud-Dienste verzichten willst um deine Daten mit dem Mac zu synchronisieren, und du die Diskstation einbinden willst, dann schaue dir mal BitTorrent Sync an. Ich habe es vor einiger Zeit getestet, funktioniert recht gut.

  6. Vielen Dank für den informativen Artikel! Ich bin darauf gestoßen, weil ich eine Lösung für den automatisierten Export meiner iPhoto-Library auf die Synology DiskStation suche. Beim Export sollten die Ereignisse und erstellten Alben mit übernommen werden. Bisher habe ich nichts hierzu gefunden. Ist Dir eine gute Lösung bekannt oder bleibt nur der Umweg, alle Bilder auf ein (externes) Laufwerk zu exportieren und dann mit der Synology Photo Station Uploader app in die Photo Station zu importieren? Den Photo Station Uploader soll man lt. Synology ja benutzen, da das Erstellen der Vorschaubilder ansonsten unendlich viel Zeit in Anspruch nimmt.

    Herzlichen Dank schon jetzt für das Feedback

    Gerold

    • Ich hatte alle Fotos meiner Aperture Bibliothek in Ordnern, den Projektnamen entsprechend, direkt auf den Diskstation Share exportiert. Dauerte 1-2 Tage bis alle Fotos indiziert waren, ansonsten war das kein Problem. Den Photo Station Uploader finde ich nicht besonders gelungen, wie so ziemlich alle Programme, die Synology für den Mac veröffentlicht hat. Der Uploader hat halt den Vorteil, dass die Vorschaubilder am leistungsfähigeren Rechner erstellt werden.
      Seitdem ich die iCloud Foto-Mediathek verwende hat die Photo Sration bei mir nur mehr eine sehr untergeordnete Rolle.

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