Dropbox Pro versus Synology Cloudstation

Dropbox hat einen großen Schritt getan um sein Cloudservice gehörig attraktiver zu machen. Ab sofort gibt es Dropbox Pro mit 1 TB Speichervolumen um den gleichen Preis von 10€ monatlich, beziehungsweise 99€ jährlich. Zweifellos ein attraktives Angebot.

Mit 1 TB finden die meisten Nutzer auch das Auslangen, wenn sie vorhaben ihre Fotos in der Dropbox zu bunkern. Das bisherige Kontingent von 100MB waren dahingehend zu wenig. Dropbox hat in den letzen Monaten an Attraktivität verloren, da die Konkurrenz, wie Google und Microsoft, bereits seit längerem 1 TB Speichervolumen zu ähnlichen Preisen anbietet. Für Dropbox war das also längst ein überfälliger Schritt um die Bestandskunden bei der Stange zu halten und das Interesse von potentiellen Kunden wach zu halten.

Die Frage ist allerdings, ob das Konzept Cloud Storage generell der richtige Weg ist, und was die Beweggründe dafür sind auf derartige Dienste zurück zu greifen. NAS Anbieter, allen voran Synology, können mit ähnlichen Services aufwarten, man hat die Kontrolle über seine Daten, ist nicht den diversen Schnüffelaktionen von NSA & Co ausgesetzt, und nicht gezwungen monatliche Kosten an einen Cloud Service Anbieter abzudrücken.

Eine private Cloud, gehostet auf einem NAS, wie zum Bespiel Synology’s Cloudstation, setzt eines definitiv voraus, eine Internet Anbindung mit entsprechender Upload Bandbreite. Ein Dienst ist nur so gut, wie die Geschwindigkeit, in der er vermag die Daten zu liefern. Im LAN der eigenen vier Wänden flutscht die Cloudstation, aber das soll sie natürlich auch tun, wenn man sie über das Internet nützt. Cloud Service Anbieter mit ihren performanten Leitungsanbindungen an Internet Provider haben hier definitiv die Nase vorne. Cloudstation von Synology ist also nur eine Option, wenn auch die heimische Internetanbindung performant ist. Ist man damit gesegnet, dann hat der Dienst allerdings vergleichbare Funktionalität ohne monatliche Kosten und ohne harte Datenvolumenlimits zu bieten.

Synology Cloudstation vermag es mehrere Rechner (Windows, OS X) und mobile Geräte (iOS, Android) in Sync zu halten. Dahingend ist das Service auch wesentlich flexibler als Dropbox, da auch mehrere Ordner synchronisiert werden können. Ordner im Sync Folder können auch von der Synchronisation ausgenommen werden, bzw. kann speziell auf mobilen Geräten die maximale Dateigröße, die synchronisiert werden soll, limitiert werden.

Ähnlich wie bei Dropbox können auch Dateien mit einem Link geteilt werden. Ein Sharing-Link kann zusätzlich mit einem Passwort versehen werden und mit einer zeitlichen Gültigkeit.

Dropbox belässtigt seine Nutzer gerne damit den automatischen Upload von Fotos und Videos auf seinen mobilen Geräten zu aktivieren. Auch das geht mit der Synology Diskstation. Die Funktionalität ist allerdings nicht Bestandteil von Cloudstation, sondern von Photostation. Dort passt es meiner Ansicht nach auch besser hin. Beim automatischen Upload von Medien können unterschiedliche Ordner pro Endgerät konfiguriert werden.

Will man mehr Speichervolumen in seiner Cloudstation steckt man einfach eine neue Harddisk in den Raidverbund, beziehungsweise ersetzt eine kleinere Platte durch eine größere. Synology Hybrid Raid (SHR) vorausgesetzt ist das alles kein Problem.

Was man auch nicht ausser Betracht lassen sollte, es ist nicht damit getan, dass ein Nutzer einen Dropbox Pro Account löst. Wollen mehrere Nutzer große Datenmengen über Dropbox teilen, braucht jeder dieser Benutzer einen kostenpflichtigen Pro Account.

Die Cloudstation von Synology hat also viele Vorteile im Vergleich zu Dropbox, aber nicht nur. Auf der Haben Seite kann Dropbox die erwähnte performante Internetanbindung verzeichnen. Man bekommt das rundum wohfühl Paket ohne den Bedarf an administrativen Tätigkeiten. Diese fallen im laufenden Betrieb einer Diskstation äußerst gering aus. Aber eine Diskstation kann kaputt werden. im einfachsten Fall wird eine Festplatte kaputt, die man einfach, ohne Datenverlust, ersetzen kann. Was allerdings machen wenn die gesamte Diskstation den Geist aufgibt? Wenn man seine Festplatten in eine neue Diskstation übernimmt, was ohne Datenverlust funktionieren soll, ist definitiv für Schweißperlen auf der Stirn gesorgt. Diese Sorge nimmt einem Dropbox ab, zumindest versprechen sie das. Ein weiterer großer Vorteil von Dropbox ist das API für mobile Betriebssysteme. Viele iOS Apps können direkt auf den Dropbox Speicher lesend und schreibend zugreifen. Eine Funktionalität die die Synology Cloudstation nicht bietet, andere Cloud Service Anbieter übrigens auch nur sehr eingeschränkt.

Was überbleibt ist eine schwere Entscheidung. Beide Lösungen haben ihr für und wider. Bei all dem Cloud Service Hype darf aber nicht vergessen werden, dass es Alternativen mit vergleichbarer Funktionalität gibt, bei welchen man die volle Kontrolle über seine Daten behält. Mit der Synology Cloudstation wollte ich nur eine davon aufzeigen. Wenn ihr generell Interesse für die Synology Diskstation habt, empfehle ich den Artikel Synology Diskstation im Apple Umfeld, in dem ich einen Überblick über die mannigfaltigen Funktionalitäten biete.

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