Datei Sync Service Vergleich für Mac & iOS

Ich habe meine wichtigsten Dokumente gerne lokal am Mac. Externe lokale Medien, wie externe Festplatten, USB-Sticks, usw. sind meiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß. Man hat sie oft nicht griffbereit, man muss sich separat um Backups kümmern, und bei mehreren Medien verliert man schnell mal den Überblick, wo die Daten überall abgelegt sind.

Kurzum, meine Daten sollen auf einem Server liegen und lokal gespiegelt werden. Der remote Zugriff auf Dokumente, die zum Beispiel auf einem NAS gebunkert sind, ist zwar grundsätzlich legitim, aber es gibt gute Gründe seine Dateien lokal auf den Rechner synchronisiert zu haben.

Ein Grund liegt auf der Hand, wer seine Daten lokal am Mac hat, kann sie auch bearbeiten, wenn er mit dem Mac offline ist. Die Performance ist besser, wenn man die Dateien auf der lokalen SSD bearbeitet, statt remote über ein NAS, das in der Regel mit HDDs bestückt ist.

Mein primärer Grund ist nicht so offensichtlich, Spotlight funktioniert bei mir unter OSX Yosemite einfach nicht zuverlässig bei gemounteten Shares. Per default werden Network Shares von Spotlight nicht indexiert. Der Spotlight Index eines Volumes lässt sich zwar mit mdutil aktivieren (mdutil -i on [Volume]), ich bekomme allerdings nach einiger Zeit Suchergebnisse, die mit dem Dateinamen und -inhalten nichts gemein haben.

Seit einigen Monaten habe ich vier unterschiedliche Optionen für die Filesynchronisation unter die Lupe genommen. Zwei Optionen sind privat gehostet, nämlich Synology Cloudstation auf der heimischen Diskstation, sowie ownCloud auf meinem Webspace. Diesen gegenübergestellt habe ich die, für Mac Nutzer potentiell interessantesten, public Cloud Services iCloud Drive und Dropbox.

Grundsätzlich hätte ich gerne Synology’s Cloudstation benutzt, die Daten auf einer eigenen Maschine zu hosten befriedigt meine Datenschutzparanoia. Auf der Featureseite klingt das Produkt auch ganz gut, aber seit mehreren Versionen mach der Cloudstation Client Probleme am Mac. Speziell in der Icon View friert beim scrollen der Finder für mehrere Sekunden ein. Der Fehler ist, je nach Version, mal mehr, mal weniger, ausgeprägt, aber immer vorhanden. Der Cloudstation Client bringt den Window Server zur Verzweiflung. Den Fehler habe ich an Synology gemeldet, eine tatsächlich zufriedenstellende Lösung kam nicht. Unausgereifte Lösungen kann ich nicht brauchen, damit wäre die Cloudstation ausgeschieden. Die iOS App ist zweckmäßig, allerdings nicht mit der Qualität der Dropbox App zu vergleichen.

Die ownCloud bringt neben dem File-Sync Feature, dass über Webdav läuft, noch Caldav- und Carddav Server mit. Wenn man selbst hostet hat man, wie bei der Cloudstation, 100% Kontrolle über seine Daten. Ich habe, wie eingangs geschrieben, ownCloud bei meinem Webspace Provider gehostet. Sicherheitshalber habe ich den ownCloud Space verschlüsselt. Das nützt allerdings nur eingeschränkt, denn wenn man ownCloud in einem Webspace installiert, kann zumindest der Hosting-Provider den Schlüssel knacken. Die selbst installierte ownCloud Instanz ist auch sicherlich weniger geschützt gegen Angreifer von außen, als professionelle Cloud Storage Provider es hin bekommen. In meiner Installationsvariante ist es mit dem Datensicherheitsgewinn also nicht allzuweit her. Der Sync Prozess funktioniert auf File-, nicht auf Bitmuster-Ebene, kann bei großen Files also entsprechend lange dauern. Der ownCloud Server Update Prozess, der komplexe Versions-Inkompatibilitäten mitbringt, schafft nicht unbedingt Vertrauen. Der Mac Client hat öfters mal Macken, lässt sich nicht updaten, bekommt keine Verbindung zum Server. Der iOS Client ist auch nicht das gelbe vom Ei. Grundsätzlich ist im iOS Client das Feature vorhanden, Links zu Files mit anderen zu sharen, funktionieren tut es nicht. ownCloud ist grundsätzlich ein interessantes Produkt und weckte bei mir den Spieltrieb, mit den großen kommerziellen Cloud-Storage Anbietern kann ownCloud, in mehrerlei Hinsicht, primär qualitativ, nicht mithalten.

iCloud Drive, ich mache es kurz, ist ein katastrophales Produkt. Der Sync Prozess ist mitunter langsam, was noch schlimmer ist, man hat keinerlei Feedback darüber, ob die lokalen Daten tatsächlich auf dem aktuellen Stand sind. Das File-Sharing ist nicht annähernd so durchdacht, wie bei Dropbox. Man kann lediglich Dateien teilen, nicht aber einen Link zu Dateien. Unter iOS ist die Anbindung an die Apps mangelhaft, oft fehlerhaft. Der App Picker, der mit iOS 8 eingeführt wurde, und die Auswahl von Dateien erlauben soll, ist langsam und unzuverlässig. Was sich Apple bei der Einführung von iCloud Drive gedacht hat, ist mir ein Rätsel.

Last but not least, kommen wir zu Dropbox. Grundsätzlich muss man entscheiden, vertraut man einem Diensteanbieter, oder nicht. Kann man diese Frage, im Fall von Dropbox, mit ja beantworten, dann wird man mit deren Service sehr glücklich werden. Technisch funktioniert es am besten und ist am durchdachtesten von allen Datei-Sync/Storage Services, die ich jemals verwendet und getestet habe, und da sind einige weitere dabei. Der User Aufwand bei der Verwendung von Dropbox geht gegen null, es funktioniert einfach. Der Sync ist zuverlässig und schnell, die iOS Anbindung besser, als beim Mitbewerb. Viele iOS Apps können, Dropbox’s API sei Dank, direkt auf Dropbox schreibend und lesend zugreifen. Sowohl am Mac, wie auch unter iOS, lassen sich Links zu Dateien mit einem Klick teilen, Komfort pur.

Dropbox verwende ich seit Jahren, und ich werde dabei bleiben. Kein vegleichbares Produkt bietet mir den gleichen Komfort und Zuverlässigkeit. Seitdem das Datenvolumen von Dropbox Pro auf 1 TB angehoben wurde, hat die Attraktivität gehörig zugenommen. Um 99€ im Jahr ist man bei Dropbox Pro dabei.

 

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