Drei Wochen mit der iCloud Fotomediathek

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Fast drei Wochen habe ich mich jetzt mit der iCloud Fotomediathek beschäftigt. All meine Fotos und Videos haben sich über die bisherige Laufzeit fehlerfrei zwischen Mac, iPad und iPhone synchronisiert. Wenngleich ich mit der iCloud Fotomediathek zufrieden bin, meinen Migrationsschritt in diese Richtung für richtig halte, gibt es doch einige Dinge, die verbesserungswürdig sind.

Teilweise synchronisieren Fotos in wenigen Sekunden, manchmal dauert es mehrere Minuten, bei Videos naturgemäß länger. Dabei wird zwar am Quellgerät grundsätzlich signalisiert, dass Fotos zum Upload anstehen, aber der konkrete Status, und um welche Dateien es sich handelt, bleibt dem Nutzer verborgen. Auf den empfangenden Geräten tappt man dahingehend generell im Dunkeln. Vergleicht man den Status mit dem Quellgerät, dann erschließt sich einem zwar die Zahl der fehlenden Dateien, aber nicht um welche es sich handelt. Ein bisschen mehr Feedback für den Benutzer würde ich schön finden.

Das RAW Format wird von der iCloud Fotomediathek unterstützt. RAW Dateien können auch am iPad/iPhone direkt importiert und bearbeitet werden. Der Konnex der bearbeiteten Version zum Original bleibt erhalten. Was allerdings nicht erwähnt wird, dass auf iOS Endgeräten ein JPG Rendering des RAW Files bearbeitet wird. Vermutlich liegt das daran, dass Apple den iOS Endgeräten die RAW Bearbeitung nicht durchgängig zufriedenstellend zutraut. Das ist allerdings insofern clever gelöst, dass die JPG Bearbeitung im Bedarfsfall auf das RAW angewendet werden kann. Will man nämlich ein Foto im RAW Format am Mac bearbeiten, dass bereits vorher auf einem iOS Gerät verändert wurde, dann wird man darauf aufmerksam gemacht, dass die letzten Anpassungen anhand eines JPG Renderings durchgeführt wurde, und dass die Bearbeitung auf Wunsch auf die RAW Datei angewendet werden kann. Bestätigt man diese Frage mit Ja, dann kann man das RAW File am Mac bearbeiten und findet die Anpassungen vor, die am iPad/iPhone vorher durchgeführt wurden. Dabei wurden in meinem Fall die, am iOS Gerät durchgeführten, Anpassungen immer korrekt auf das RAW reflektiert.

Endlich kann ich am iPad vernünftig eine Selektion der besten Fotos machen. Schlechte Aufnahmen werden gleich weg geschmissen, der Rest kommt in ein Album, die guten werden favorisiert. Dann stosst man aber doch wieder an Grenzen, die so nicht nötig wären. Wieso kann ich Aufnahmen auf iOS Geräten keine Schlagworte zuordnen? Für mich nicht so wichtig, aber warum werden die Faces nicht synchronisiert? GPS Standortinformationen können unter iOS, wie am Mac, nicht bearbeitet werden. Ich hoffe schon sehr stark, dass dieses Feature, welches in iPhoto und Aperture verfügbar war, zumindest am Mac bald nachgeliefert wird.

Interessant ist die Rolle von Videos. Diese werden, sofern sie im MP4 Format vorliegen, in Fotos importiert. Eine Sammlung aller Videos findet man auf allen Apple Endgeräten in Album Videos. Will man seine Videos schneiden, kann man mit iMovie, sowohl am Mac, wie auch unter iOS, direkt auf die Videos in der Foto Mediathek zugreifen. Zwischen den eigenen Endgeräten kann man seine fertig geschnittenen Filme über das iMovie Theater Feature teilen. Anderen Benutzern kann man aus iMovie iOS die Videos über die iCloud Fotofreigabe zur Verfügung stellen. Eine Möglichkeit, die kurioserweise am Mac nicht verfügbar ist. An dieser Stelle würde ich mir am Mac zumindest Feature Parität wünschen.

Auch wenn ich mir einige Verbesserungen wünsche, nie war ich so nah an meinem gewünschten Foto Workflow. Neben der erwähnten Punkte vermisse ich ein paar Editiermöglichkeiten von Aperture am Mac, aber mit der iCloud Fotomediathek hat Apple sehr viel richtig gemacht. Es handelt sich zweifellos um eine Version 1.0, aber es gibt keine vergleichbare Lösung, die eine einheitliche Fotomediathek über alle Geräte bietet, und das stellt für mich einen wirklich großen Mehrwert dar, auch in Version 1.0.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hi,

    da du dich hier intensiv mit beschäftigt hast: Ich habe im Urlaub das iPad als Backup für meine Fotos benutzt und hier die Kamera-JPGs und die RAWs gesichert. Aufgrund des Volumens ist mein iCloud-Drive nun rappelvoll. Wie kann ich die RAWs aus iCloud löschen, die JPGs aber auf dem iPad lassen?
    Gibt es hier einen Trick, den ich noch nicht entdeckt habe?

    Im Moment vermute ich, dass ich alles löschen muss und dann nur die JPGs wieder hochladen müsste?!?

    Danke für Deine Rückmeldung.
    Chris

    • Wenn du RAW & JEPG gemeinsam als Original importiert hast, dann gibt es, meines Wissens, keine Möglichkeit die Originale wieder zu splitten und eine der beiden Versionen zu löschen. Das ist bei Aperture auch der Fall. Bei Aperture hat man beim Import allerdings die Option Originale getrennt zu importieren.
      Bei all den positiven Ansätzen die Fotos mitbringt, wäre es schon schön gewesen, wenn es mehr „Pro Features“ von Aperture in OSX Fotos geschafft hätten.

      • Schade, ich habe es befürchtet. Na dann mache ich mich mal dran, meine iPhone Fotos und die Importierten Bilder zu trennen *uff* und haue die Import-Bilder runter.

        Danke für Deine schnelle Rückmeldung 🙂

        Viele Grüße aus NRW
        Chris

  2. Hi Chris,

    Wie verhält es sich eigentlich am Mac wenn man aus den letzten 10 Jahren Fotos und Videos mit mehreren gb hat. Wenn ich dann die Mediathek anschmeisse, ist die dann sofort voll oder kann ich irgendwie Steuern was hochgeladen wird?

    Gruß daniel

    • Wenn man die iCloud Fotomediathek am Mac aktiviert, dann werden alle Medien der Mediathek abgeglichen.

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