Meinung zum iPhone SE und iPad Pro 9,7″

Am Mo gab es bei Apple’s Media Event zwei nennenswerte Produktvorstellungen, das iPhone SE und das iPad Pro mit 9,7 Zoll Bildschirmdiagonale.

iPhone SE

Das iPhone SE ist das Nachfolgeprodukt des, in die Jahre gekommenen, iPhone 5S. Mit dem iPhone SE rundet Apple sein iPhone Portfolio nach unten ab, und bringt ein 4 Zoll iPhone mit aktuellen technischen Spezifikationen. Im wesentlichen ist es technisch auf der Höhe des iPhone 6s, verzichten muss man allerdings auf 3D Touch (Technischen Spezifikationen). Optisch sieht das Gerät wie das iPhone 5s aus.

Ich persönlich benütze ein iPhone 6s Plus. Der größere Bildschirm stellt für mich einen erheblichen Mehrwert dar. Nichts desto trotz finde ich es sehr gut, dass Apple ein neues iPhone mit 4 Zoll Display auf den Markt bringt. Nicht jeder will ein großes Smartphone. Für kleine Hände ist das iPhone SE wesentlich besser geeignet, als die größeren iPhones 6s und 6s Plus, mit den Bildschirmdiagonalen 4,7 Zoll, bzw. 5,5 Zoll. Das kleinere iPhone lässt sich auch besser in die Hosentasche einstecken.

Optisch finde ich das Design des iPhone SE, dass sich zu 100% am iPhone 5s orientiert, noch immer sehr ansprechend. Die 4 Zoll iPhones liegen wesentlich besser in der Hand als die großen, und das liegt nicht nur an den Abmessungen, sondern auch an der Gehäuseform. Die aktuellen 4,7 Zoll und 5,5 Zoll iPhones finde ich zu dünn, die abgerundeten Kanten fühlen sich in der Hand nicht gut an. Die aktuellen großen iPhones liegen in der Hand, wie ein nasses Stück Seife. Das die Kamera bei den größeren iPhones aus dem Gehäuse hervorsteht, was beim etwas dickeren iPhone SE nicht der Fall ist, finde ich alles andere als ideal. Das iPhone 6s und 6s Plus muss man in eine Hülle geben, damit es nicht aus den Händen flutscht, und die hervorstehende Kamera nicht stört. Das iPhone SE lässt sich prima auch ohne Hülle halten.

In den USA kostet das Modell mit 16GB Speicher 399$, das Modell mit 64GB Speicher 499$. Das ist ein guter Preis, speziell für das 64GB Modell. Leider haben es die attraktiven Preise nicht über den großen Teich geschafft, die beiden Modelle sind in Österreich empfindlich teurer. Für das 16GB Modell muss man in Österreich, ohne Subvention eines Mobilfunkproviders, 479€, für das 64GB Modell 579€ auf den Tresen legen.

iPad Pro 9,7

Nachdem es im letzten Jahr kein Update des 9,7 Zoll iPads gab, wurde die neue Version mit Neugier erwartet. Das iPad mit rund 10 Zoll Bildschirmdiagonale ist die meistverkaufte Version, nimmt daher eine Schlüsselstellung ein. Seit rund zwei Jahren sind die iPad Verkäufe rückläufig. Schafft es Apple mit dem neuen iPad den Turnaround zu schaffen?

Das neue iPad heißt iPad Pro. Einfach Pro, ohne Zusatz. Es gibt also ein iPad Pro mit 12,9 Zoll Bildschirmdiagonale, und das neue mit 9,7 Zoll. In den meisten Punkten teilen die beiden Größen die technischen Spezifikationen. Ich will jetzt nicht im Detail auf die technischen Spezifikationen eingeben, die könnt ihr auf Apple’s Website nachlesen, nur kurz die Signifikanten Unterschiede, die zum Teil nicht auf Apple’s Webseite stehen.

  • Das iPad Pro 12,9 Zoll hat 4GB Hauptspeicher, die kleine Variante des Pro nur 2GB
  • Das große lässt über den Lightning Ports Transfers mit USB 3 Speed zu, das kleine nur in USB 2 Speed
  • Das kleine iPad hat das bessere Display mit erweiterten Farbumfang
  • Das 9,7 Zoll Modell hat ein True Tone Display, dazu später mehr
  • iSight & Facetime Kamera des 9,7 Zoll Modells sind besser
  • Nur das 9,7 Zoll Modell unterstützt 4K Video

Großartig ist das neue Display mit erweiterten Farbraum, speziell zur Betrachtung und Bearbeitung von Fotos. Das das neue 9,7 Zoll iPad Pro keine USB 3 Transfergeschwindigkeit am Lightning Port unterstützt ist dahingehend ein Widerspruch, denn das ist eindeutig ein großer Nachteil für Anwender, die das Gerät für Fotografie verwenden möchten. Wenn höhere Transferraten beim 12,9 Zoll iPad Pro möglich sind, wieso dann nicht auch beim kleineren Gerät? USB 2 ist nicht gerade Pro.

Das das neue iPad eine bessere Kamera hat ist schön. Kurioserweise verwenden ja einige Menschen das iPad als Fotoapparat und Videokamera. Noch störender als beim iPhone ist allerdings, dass die Kamera aus dem Gehäuse hervorsteht. Bei ein Gerät, dass man oft plan auf den Tisch legt, ein absolutes Nogo.

Sehr gespannt bin ich auf das Feature True Tone Display, das einen großen Mehrwert darstellen könnte. Das iPad Pro 9,7 Zoll hat zusätzliche Sensoren, die die Farbtemperatur der Umgebung erfassen. Das Display passt sich dieser Umgebungsfarbtemperatur automatisch an. Im Endeffekt handelt es sich also um einen Live Weißabgleich. Das würde ich mir für die neuen Macs wünschen.

Was das Zubehör betrifft, unterstützt auch das kleine iPad Pro den Apple Pencil und es gibt auch ein kleineres Smart Keyboard, wie beim großen nur im USA Tastenlayout.

Was ich sehr interessant finde ist die Preisgestaltung. Seit zwei Jahren sind die iPad Verkäufe rückläufig. Dem mit einer Preissteigung zu begegnen finde ich, sagen wir, unkonventionell. Den Konsumenten will man den Mehrpreis mit dem Label Pro erklären, eine Preissteigerung mit dem Namen iPad Air 3 liese sich wohl schwerer vermitteln.

Tim Cook lies bei der Medienveranstaltung keine Gelegenheit aus zu erwähnen, dass es sich, nach Apples Ansicht, beim iPad Pro um die Zukunft des Computers handelt. Laut Apple sind ein großer Teil der Windows PCs älter als fünf Jahre. Das iPad Pro sei vielen aktuellen PCs seitens Performance überlegen. Da lege es doch, laut Apple’s Logik, auf der Hand seinen Windows PC mit einem iPad zu ersetzen.

Was Tim Cook nicht dazu gesagt hat, wenn das für Windows PCs gilt, dann auch für Macs. Denn unter dem Strich sind beides PCs, die ähnlichen Bedienkonzepten folgen. Wenn man die Aussage ernst nimmt, dann lässt das Rückschlüsse zu, wie intern bei Apple der Hase läuft, und welcher Stellenwert den Macs eingeräumt wird.

Kann man so sehen, muss man aber nicht. Es gibt sicherlich viele Anwender, für welche das iPad Pro eine bessere Wahl als ein Windows PC oder Mac wäre. Primär Anwender, welche nicht technikaffin sind, bzw. 08/15 Anforderungen an einen Computer stellen. Die Frage ist allerdings, ob Anwender, welche sich nicht besonders mit der Materie auskennen, nur Basisanforderungen an einem Computer stellen, soviel Geld für ein iPad ausgeben würden.

Ich vertrete die Meinung, dass wenn man mehr als Basisanforderungen an einen Computer stellt, man mit einem Mac, oder einem Windows PC (das kam jetzt schwer über die Lippen), besser bedient ist, als mit einem iPad. Ich für meinen Teil könnte mein Macbook Air nicht mit einem iPad ersetzten, möchte es auch nicht. Viele Anforderungen, die ich an einen Computer habe, könnte ich mit einem iPad nur sehr umständlich umsetzen, manche Dinge gar nicht. Letztendlich muss das aber ohnehin jeder für sich selbst herausfinden.

Das neuen iPad Pro 9,7 Zoll ist einmal mehr großartige Hardware, die an den softwareseitigen Limitierungen strauchelt. Viel mehr als neue iPad Hardware interessiert mich die Weiterentwicklung der Software – von iOS. Mal sehen was es bei Apple’s WWDC neues dahingehend gibt. Die Zukunft des Computings sehe ich in dem Gerät (derzeit) nicht, eher eine, überspitzt ausgedrückt, teure Netflix Abspielmaschine.

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