WSJ Review Showdown: iPad Pro 9,7“ vs. Laptop

Joanna Stern vom Wall Street Journal reagiert auf gewohnt humorisitische Weise auf die Aussage von Phil Schiller beim letzten Apple Media Event, dass das neue iPad Pro mit 9,7 Zoll Display der perfekt Ersatz für Windows Rechner wäre. Sie inszeniert einen iPad Pro vs. Laptop Showdown.

Das wenig überraschende Ergebnis ihres Showdowns:

Das neue iPad Pro ist ein super Tablet, das beste iPad das Apple je gebaut hat. Hardwareseitig kann es einmal mehr glänzen. Was die Computing Basics betrifft, schlägt sich das iPad sehr gut, in einigen Anwendungsfällen besser als Notebooks. Geht es an komplexere Computing Tasks, dann zeigt das iPad Pro seine Schwächen. iOS ist an mehreren Stellen ein limitierender Faktor. Das iPad Pro Smart Keyboard kann nicht ansatzweise mit einer Notebook Tastatur mithalten. Das iPad Pro hat, zumindest in der Basisausstattung nur eine minimale Massenspeicherausstattung. Es hat keine USB-Ports, schnell mal einen USB-Stick anstecken ist nicht drinnen. Dabei ist das iPad viel teurer als ein Chromebook, oder ein Windows Notebook.

Wie schon das Review von The Verge, über welches ich berichtet hatte, hat mir auch jenes von Joanna Stern sehr gut gefallen. Es ist nicht Aufgabe eines Mediums die Meldungen von Apple wiederzukäuen, sondern diese auf die Waagschale zu legen. Die Aussage von Phil Schiller, das iPad Pro sei ein perfekter Ersatz für die fünf Jahre alten Windows Laptops, die Millionen von Menschen noch benützen, ist polemisch und falsch. Statt polemische Sprüche zu klopfen würde Apple gut daran tun iOS für die Produktivität des iPads fit zu machen.

Als Steve Jobs das iPad vorstellte, stellte er die Frage, ob es Platz für eine dritte Geräteklasse gebe, zwischen Smartphone und Laptop, beantwortete die Frage selbst mit ja, und positionierte das iPad an diesem Platz. Dieses Gerät müsse einige Schlüsselaufgaben viel besser machen, um seinen Platz zu rechtfertigen.

Those devices have to be far better at some key things

Nicht so wie Netbooks, die als billiger Notebook Ersatz vermarktet werden, nichts besser als Notebooks können, einfach nur billiger Schrott seien.

Genau an dieser zugewiesenen Stelle ist das iPad funktional noch immer positioniert. Was aus den Netbooks wurde, wiesen wir, sie sind vom Markt verschwunden, weil sie mit leeren Versprechungen ins Rennen gingen.

Wenn Phil Schiller sich jetzt hinstellt und den Nutzern das iPad Pro als perfekten Laptopersatz verkauft, macht er für viele Benutzer genau das – leere Versprechungen. Denn das iPad Pro kann für Benutzer mit Basisanforderungen ans Computing ein Laptopersatz sein, aber eben nicht der verkündete perfekte Laptopersatz für alle. Denn die meisten Nutzer werden damit nicht das Auslangen finden, bzw. ihre gewohnten Workflows nicht einem neuen Gerät anpassen wollen.

Ich schreibe relativ oft über das iPad, in den letzten Monaten meist kritisch, weil mir das Gerät am Herzen liegt. Meiner Ansicht nach mach Apple beim iPad überraschend viel falsch. Die nächsten beiden Jahre werden entscheidend sein. Ich sehe die Gefahr, dass Apple das iPad an die Wand fährt, zumindest was den Aspekt Zukunft des Computings betrifft. Seit sechs Jahren wird der Spruch herunter gebetet, ohne das Versprechen wahr zu machen. Die Floskel ist mittlerweile ziemlich abgenützt.

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