iPhone 7 – Die Zukunft von Audio ist Wireless

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Bereits vor Monaten sickerte das Gerücht durch, dass das neue iPhone keine 3,5 mm Kopfhörerbuchse haben würde. Bei der Ankündigung des iPhone 7 wurde das bestätigt.

Diese Maßname erntete viel Kritik. Der 3,5 mm Klinkenstecker ist ein lange etablierter Standard, fast jeder hat einen Kopfhörer zu Hause, der damit ausgestattet ist. Viele Menschen sehen nicht die Notwendigkeit die Buchse wegzulassen, meinen Apple’s Maßnahme sei ein kundenfeindlicher Schritt.

Apple ist nicht zimperlich beim Abschneiden alter Zöpfe. Sie haben das Floppy Laufwerk aus dem iMac verbannt, als in der Windows Welt noch alle Rechner damit ausgestattet waren. Sie haben als erster einen Rechner – das Macbook Air – ohne CD/DVD Laufwerk auf dem Markt gebracht. Das iPhone und iPad unterstützte nie Adobe Flash.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es sich um richtige Schritte gehandelt hat. Die Konkurrenten zogen nach, wenngleich sie sich in allen Fällen Zeit ließen, um der Kontroverse mit ihren Kunden aus dem Weg zu gehen.

Den Klinkenstecker gibt es seit über hundert Jahren, und die letzte wesentliche Errungenschaft war die Verkleinerung, den 3,5 mmm Klinkenstecker gibt es seit den 1960er Jahren. Für die Menschen war er schon immer da, die Vertrautheit ist stark. Deshalb ist die emotionale Aufladung auch ungleich größer, als bei den alten Zöpfen, die Apple bisher abschnitt.

Die Technologieablöse ist auch deshalb schwer vermittelbar, weil der 3,5 mm Anschluss schlicht und einfach funktioniert. Wenngleich ein derartiger Technologiewechsel immer Schmerzen verursacht, halte ich ihn dennoch für den richtigen Schritt. Das technologische Rad hat sich in den letzten 50 Jahren weiter gedreht. Über den Lightning Anschluss steht eine digitale Audioverbindung zur Verfügung, Wireless Audio ist über Bluetooth seit Jahren etabliert.

Ich verwende seit Jahren fast ausschließlich Bluetooth Kopfhörer. Wenngleich Bluetooth Audio nicht frei von Problemen ist, ist man erst mal die kabellose Verbindung zu seinen Kopfhörern gewöhnt, dann will man nicht mehr zurück.

Was man bei all der emotionalen Aufladung nicht vergessen darf, Apple lässt seine Konsumenten nicht im Regen stehen. Mit dem iPhone 7 (Plus) werden EarPods mit Lightning Connector, sowie ein Lightning auf 3,5‑mm-Kopfhöreranschluss Adapter mitgeliefert. Die Mehrheit der iPhone Besitzer verwendet die mitgelieferten Kopfhörer. Dem audiophilen Kunden erlaubt der Adapter, wenngleich weniger elegant als der direkte Anschluss, seine Kopfhörer mit 3,5 mm Anschluss auch am iPhone 7 zu benützen.

Die Marschrichtung von Apple ist aber festgelegt, die Zukunft ist Wireless, und diese Haltung unterstreichen sie mit den neu entwickelten AirPods, die ab Oktober verfügbar sein sollen.

Für mich waren die AirPods die heimlichen Stars der Apple Medienveranstaltung. Die AirPods sind grundsätzlich Bluetooth Kopfhörer, ein eigens von Apple entwickelte Chip namens W1 adressiert die Audio Verbindungsprobleme, die bei Bluetooth gelegentlich auftreten können. 15min ins mitgelieferte Ladecase gesteckt, und man kann 3 Stunden Musik hören. Den Pairingvorgang initiiert man durch öffnen des Ladecases. Ein Pop-Up Window am iOS Device, oder Mac, erscheint, das man einfach nur bestätigen muss. Die Paringinformation verteilt sich über iCloud, d.h. die Airports sind automatisch mit all den eigenen Apple Geräten verbunden. Startet man die Audiowiedergabe auf einem Apple Gerät und steckt dann die Airpods in die Ohren, wird das automatisch von Infrarotsensoren erkannt, und die Audioausgabe über die AirPods eingeleichtet.

Das Design der Ohrhörer entspricht im wesentlichen jenem der Standard EarPods mit 3,5 mm Klinkenstecker. Es bleibt zu hoffen, dass sie sich klanglich, und seitens Abschirmung von Lärm von außen, von jenen positiv abheben können. In jedem Fall haben die AirPods eine große Portion von Apple’s Elfenstaub abbekommen, sie verströmen die oft zitierte Apple Magie.

Die AirPods funktionieren auch mit Windows und Android, dann allerdings ohne zusätzlicher Magie.

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