Gedanken zur Apple Medienveranstaltung

iphone-7Die Eckpfeiler der Veranstaltung waren in chronologischer Folge:

  • Super Mario Run
  • iWork Real-Time Collaboration
  • Apple Watch
  • iPhone 7
  • AirPods

Super Mario Run

Für mich die Überraschung der Veranstaltung, und ein absolutes Highlight. Apple gewinnt Shigeru Miyamoto für die Medienveranstaltung. Jenes Genie, das unter Nintendo Fans ähnliche Verehrung geniest, wie Steve Jobs unter Apple Jüngern. Als Shigeru Miyamoto die Bühne betritt, geht die Menge durch die Decke. Wenn Apple angekündigt hätte, das Elvis gar nicht tot ist, und er die Bühne betreten hätte, hätte es nicht für mehr Begeisterung gesorgt.

Super Mario Run wird ein Super Mario light, ausgelegt für Einfinger-Bedienung. Herr Miyamoto brachte das Beispiel, dass man in den Öffis steht, sich mit einer Hand festhält, in der anderen Hand das iPhone Super Mario Run spielend. Der Fokus liegt also auf mobilen kurzen Sessions. Eine kompetitive Variante ist auch enthalten. Es gibt einen Ghost Modus, bei welchen man sich mit seinen Freunden messen kann.

Super Mario Run wird kein Titel mit In-App-Purchases, man zahlt den Titel einmal, und bekommt das komplette Spiel. Interessant wird, wie Nintendo den Titel preislich ansiedeln wird. Ich rechne mit einem Preis zwischen 9,90€ – 14,90€. Eine hohe Summe für den App Store, eine geringe für Nintendospiele. Wie die Begeisterung über Miyamotos Auftritt gezeigt hat, gibt es eine nicht unbeträchtliche Überschneidung zwischen Nintendo- und Apple Fans. Die Preise für Nintendospiele sind bekannt, und ich denke, ein Premium Preis für Super Mario Run wird akzeptiert werden. Ich finde es großartig, dass Nintendo auf einen Bezahltitel, entgegen dem allgemeinen Trend, setzt.

iWork Real-Time Collaboration

Was sich hinter dem Titel versteckt, ist die Möglichkeit mehrerer User gleichzeitig an einem Dokument zu arbeiten. Ein Feature, dass vor geraumer Zeit mit Google Apps Verbreitung fand, auch Microsoft bietet mit Office 365 Collaboration Tools.

Wer lieber mit iWork, als mit Google Apps und Office 365 arbeitet, wird sich darüber freuen, dass dieses tolle Feature jetzt auch in iWork, auch außerhalb des Browsers, angekommen ist.

Ich bezweifle stark, dass viele Firmen iWork verwenden, aber sicher viele Privatpersonen und sicher auch Bildungseinrichtungen. Ich bin sehr erfreut über das neue Collaboration Feature, denn ich arbeite sehr gerne mit iWork, ziehe es Google Apps und Microsoft Office, zumindest für die Privatanwendung, vor.

Apple Watch

Apple kündigt zwei neue Apple Watch an, das Highlight ist die Series 2, die neue Features bringt. Die Apple Watch Series 1 entspricht im wesentlichen der alten Apple Watch, ist allerdings mit dem neuen stärkeren Prozessor der Series 2 ausgestattet.

Ein stärkerer Prozessor, und damit mehr Geschwindigkeit, ist natürlich immer willkommen, besonders weil die Apple Watch der ersten Generation dahingehend etwas schwächelte. watchOS 3 wird am 13.Sept. 2016 veröffentlicht, und wird die Geschwindigkeitshandicaps, die so richtig stören, ausbügeln. Deshalb denke ich, dass das Series 1 Modell für Besitzer zu wenig Mehrwert bietet.

Bei der Vermarktung der Series 2 setzt Apple den Fokus auf Sport. Das zeigt sich nicht zuletzt durch eine Kollaboration mit Nike, einem speziellen Nike+ Modell. Den Ansatz halte ich für richtig. Durch diese Vermarktung kann man das Interesse von potentiellen Sportuhrkäufern gewinnen. Wenn sie dann den Mehrwert sehen, den eine Apple Watch im Vergleich zu einer reinen Sportuhr mitbringt, könnte das Pendel in vielen Fällen Richtung Apple Watch ausschlagen.

Seitens neuer Hardware Features bringt die Series 2 den bereits erwähnten stärkeren Prozessor mit. Die Kernfeatures sind allerdings GPS, und dass die Apple Watch Series 2 wasserdicht ist. GPS ist primär für Läufer interessant, die Wasserdichtheit für Wassersportler. GPS wurde auf der Bühne in Verbindung mit einer Wander-App vorgeführt. Ein interessanter Anwendungsfall, der sie auch für mich interessant machen würde. Der Hinkefuß ist allerdings, nach fünf Stunden GPS Nutzung ist der Strom der Apple Watch Series 2 aus. In den fünf Stunden bekommt man einen Marathon unter, bei Wanderungen reicht das in vielen Fällen nicht, außerdem möchte man die Uhr auch noch nach der Wanderung benützen, und nicht mit leeren Akku da stehen.

Für Neukäufer ist die Apple Watch Series 2 ein sinnvolles Upgrade. Für Besitzer des alten Modells zahlt sich das Upgrade, meiner Meinung nach nur aus, wenn man ohne iPhone laufen will, bzw. Wassersportler ist.

iPhone 7

Der Star der Veranstaltung in zweifacher Ausfertigung war zweifellos das iPhone 7 & iPhone 7 Plus. Das iPhone 7 hat im wesentlichen das gleiche Design wie das iPhone 6 & 6s. Es gibt allerdings zwei neue Farboptionen schwarz (matt), und diamantschwarz (glänzend). Ein neuer Prozessor, namens A10, sorgt für mehr Dampf im Gehäuse, und das ist natürlich immer willkommen. Zu wenig Performance ist allerdings kein Kriterium, über das der gemeine iPhone 6s User klagt, für Besitzer älterer Geräte ist der Performancebump aber sicherlich willkommen, je älter um so mehr.

Das iPhone 7 wird durch folgende Eckdaten definiert.

  1. Es ist nach der Norm IP67 staubdicht und spritzwassergeschützt. Das heiß nicht, dass man mit dem iPhone 7 schwimmen gehen sollte, aber wenn es in einen Pool fällt, und man es gleich wieder raus holt, dann sollte es keinen Schaden nehmen. Und ja, den Sturz ins volle Bierglas steckt es auch mit Leichtigkeit weg.
  2. Die Kamera wurde stark verbessert. Sensor und Imageprocessor sollen wesentlich leistungsfähiger sein. Hoch willkommen ist die Blende 1.8f, statt bisher 2.2f. Das bedeutet, dass wesentlich mehr Licht durch das Objektiv auf den Sensor trifft, und die Kamera somit wesentlich leistungsfähiger für Situation macht, in welchen wenig Licht zur Verfügung steht. Das iPhone 7 bekommt, umgerechnet auf 35mm Film, eine 28mm Linse und einen optischen Bildstabilisator, das iPhone 7 Plus zusätzlich eine zweite Linse mit 56mm. Die zweite Linse erlaubt beim iPhone 7 Plus erstmalig ein optisches Zoom. 56mm Brennweite entspricht in etwas dem menschlichen Gesichtsfeld. Ich fotografiere mit meiner Olympus OM-D E-M10 rund 90% meiner Fotos mit einem 50mm Prime Objektiv. Das das iPhone 7 Plus eine ähnliche Linse bekommt, finde ich großartig, 28mm Brennweite ist mir in den meisten Fällen viel zu weitwinkelig.
  3. Es hat keinen 3,5mm Klinkenanschluss mehr, statt dessen werden EarPods mit Lightning Anschluss, und ein Lightning zu 3,5mm Klinke Konverter mit geliefert. Ich halte diesen Schritt für richtig. Etwas mehr ins Detail gehe ich in folgenden Artikel.

Die meisten iPhone Nutzer erneuern ihr Telefon alle 2–3 Jahre. Diesen potentiellen Käufern bietet Apple ein sehr interessantes Package. Das Äußere mag den beiden Vorgängergenerationen entsprechen, und einige finden das langweilig. Für mich ist das kein Problem, die beiden schwarzen Variationen sorgen für etwas frischen Wind. Letztendlich zählen die neuen Funktionen, und die sind gut. Die letzte Generation brachte zum Beispiel Force Touch, ein Feature, das bei der Masse an iPhone Nutzern wahrscheinlich wenig Beachtung fand. Ich halte es für eines der besten Funktionen der letzten Jahre, Force Touch hat die Benutzung des iPhones für mich maßgeblich verändert.

Für Besitzer eines iPhone 6s, oder 6s Plus, zahlt sich, meiner Meinung nach, der Upgrade auf das iPhone 7 nur aus, wenn einem die Kamera sehr wichtig ist. Dann greift man vorzugsweise zum iPhone 7 Plus mit zwei Linsen.

AirPods

Großartiges Produkt! Wenn sie gut klingen und effektiv gegen Lärm von außen abgeschirmt sind, dann ist das ein Pflichtkauf. Man darf also gespannt sein, bis die ersten Tester die Dinger länger in die Hände bekomme. Der kabellosen Audio Zukunft, und den AirPods, habe ich einen eigenen Artikel gewidmet.

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