Synology Diskstation Cloud Sync

NAS (network attached storage), und die Synology Diskstation im besonderen, sind sehr vielseitige Geräte. Bei all den Funktionen, die die Diskstation bietet, bzw. die sich mannigfaltig über zusätzliche Pakete erweitern lassen, gibt es doch sehr gute Gründe auch auf Cloud Services zu setzen.

Ich picke mal das Beispiel Video Sharing heraus. Stellt euch mal folgendes realistische Szenario vor. Ihr habt ein Video eurer Kinder in 1080P, vielleicht sogar 4K, gedreht, wollt das Video der Familie und Freunden zur Verfügung stellen. Seitens Features der Diskstation ist das kein Problem, man kann zum Beispiel eine Datei Verknüpfung über die File Station erzeugen/teilen, das ermöglicht den Download des Videos. Eleganter wäre es den Weg über ein Video Streaming Service zu wählen, z.B. Synology’s Video Station, besser wäre Plex.

Das Vorhaben stellt euch vor zwei Probleme:

  • Die Netzwerkanbindung des heimischen NAS ist für den Download außerhalb der eigenen vier Wände durch die meist geringe Upstream Bandbreite des Internetanschlusses limitiert.
  • Will man Bandbreite sparen, bzw. unterstützen die jeweiligen Video Clients das Format des Videos nicht, dann muss dieses live transkodiert werden. Selbst wenn nur für einen Betrachter ein HD Video live transkodiert werden muss, dann stellt das eine Diskstation ohne Grafik Co-Prozessor vor echte Probleme. Wollen mehrere Personen das Video gleichzeitig ansehen, dann hat man selbst bei Diskstations mit Grafik Co-Prozessor schnell die Limits erreicht. Die Video Transkodierung mit Grafik Co-Prozessor der Diskstation ist nebenbei auf die Video Station/DS Video beschränkt.

Es gibt einen Ausweg aus der Misere. Die Verknüpfung der heimischen Diskstation mit einem, oder mehreren, Cloud Services mittels der DSM App Cloud Sync. Cloud Sync unterstützt alle gängigen Cloud Services, mit Ausnahme von Apples iCloud. Eine umfangreiche technische Beschreibung von Cloud Sync findet ihr in einem White Paper von Synology, in welchem unter anderen auch die unterstützten Cloud Services angeführt sind.

Public Sharing

Um unser Szenario Video Sharing noch mal zu strapazieren, lässt sich diese Anforderung mit einem bidirektionalen Sync mit einem Cloud Service lösen. Man wählt in der DSM Cloud Sync App den Quellordner, in welchem sich die Videos befinden, und gibt an mit welchem Ordner des Cloud Services synchronisiert werden soll. Der Abgleich des Datenstandes passiert live (default alle 10sec, kann auch verändert werden), sobald eine Veränderung an einer der beiden Seiten statt findet. Das heißt, wenn man es von unterwegs vorzieht den Upload eines Videos ins Cloud Service der Wahl zu machen, dann wird dieses Video im Anschluss auch auf die Diskstation synchronisiert.

Im Cloud Service erstellt man einen Sharing Link des betreffenden Ordners den man an die potentiellen Betrachter der Videos schickt. Ein Cloud Anbieter ist seitens Internet Bandbreite hoch performant angebunden, und die live Konvertierung von Videos stellt für die Amazons und Googles dieser Welt bekanntermaßen auch kein Problem dar.

Offside Backup

Ein weiteres Anwendungsszenario für Cloud Sync sind offside Backups. Durch die unterschiedlichen Raid Modi bieten Diskstations Hardware Redundanz betreffend eines HDD/SSD Ausfalles. Zusätzlich sollten Anwender, welchen die eigenen Daten am Herzen liegen, in jedem Fall Backups machen. Denn es gibt verschiedene Katastrophenszenarios, die einen Datenverlust nach sich ziehen, und welche über den Defekt einer Festplatte hinaus gehen.

Bei folgenden Szenarios hilft auch ein lokales Backup in den eigenen vier Wänden nichts:

  • Einbruch mit Diebstahl der Diskstation inkl. Backups
  • Wohnungs- oder Hausbrand
  • Wasserschaden
  • diverse Naturkatastrophen

Hier kommen offside Backups, also Backups ausserhalb der eigenen vier Wände, ins Spiel. Im Fall der Diskstation kann man diese mit Cloud Sync machen. Wie bei unserem Video Streaming Beispiel wählt man Quellordner auf der Diskstation, und Zielordner im Cloud Service aus. Bei einem Backup will an die Daten unidirektional übertragen, d.h. die Daten werden von der Diskstation ins Cloud Service gesichert, man wählt bei der Synchronisierungsrichtung Nur lokale Änderungen. Die Übertragung vom Cloud Service Richtung NAS braucht man nur im Fall einer Wiederherstellung der Daten.

Um seine Daten maximal zu sichern empfiehlt sich in Cloud Sync die Aktivierung der Datenverschlüsselung. Mit der Datenverschlüsselung erreicht man, dass die Daten nicht nur über einen verschlüsselten Übertragungsweg hoch geladen werden, sondern vor dem Upload die Daten auf der Diskstation verschlüsselt werden. Sollte jemand den Cloud Service Account hacken, dann können daher die Daten im Cloud Service nicht gelesen werden. Erst wenn die Daten wieder auf die Diskstation übertragen werden, werden diese wieder entschlüsselt. Sollte die Diskstation gestohlen werden, dann steht für Windows und Linux, leider nicht für den Mac, die Software Synology Cloud Sync Decryption Tool zum Download bereit, mit welcher die Daten ebenfalls entschlüsselt werden können.

Ein Umstand, den ich weniger schön finde, Cloud Sync verschlüsselt zwar die Dateien, verschleiert aber nicht die Dateinamen. Selbst wenn Dritte die Dateien im Cloud Service nicht öffnen können, können sie zumindest die Dateinamen lesen, welche Rückschlüsse auf den Inhalt zulassen. Das sollte Synology in kommenden Versionen noch verbessern.



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