Ein paar Tage mit dem Macbook Pro 13″ – 2017

Ich hatte ein Macbook Pro 15″ Retina aus dem Jahr 2012, das war die erste Retina Macbook Serie. Ich verwende meine Macbooks immer relativ lange, nach fünf Jahren Verwendung, habe ich mir gedacht, ist eine Neuanschaffung aber durchaus zu rechtfertigen.

Eine Zeit lang hatte ich parallel zum Macbook Pro 15“ ein Macbook Air 11”, da ich die Mobilität brauchte, das 15“ Notebook war mir zu groß um es stundenlang herumzuschleppen. Ich musste das Notebook teilweise beim Wandern dabei haben, da macht sich ein Macbook Air 11” schon wesentlich angenehmer im Rucksack als ein 15″ Macbook Pro.

Zwei Notebooks wollte ich nicht mehr, ein Kompromiss musste her. Nachdem ich zum Beispiel für Fotobearbeitung und Videoschnitt doch einigermaßen Rechenpower benötige, Mobilität mir ein Anliegen ist, habe ich mich, als für mich naheliegendsten Kompromiss, für das Macbook Pro 13″ mit Touchbar entschieden. Ein paar Tage hatte ich es jetzt in Verwendung, dazu meine ersten Eindrücke.

Nach dem Auspacken fühlte ich mich, zumindest äußerlich, sofort in meiner Wahl bestätigt. Das aktuelle Macbook Pro 13″ bietet mir definitiv die gewünschte Mobilität, noch kleiner und leichter muss es nicht unbedingt sein. Beim Aufklappen des Gerätes fallen sofort die Bildschirmscharniere auf. Man muss beim Aufklappen nicht das Macbook festhalten, denn es hebt sich nicht, wie alle anderen Notebooks, beim Aufklappen vom Tisch hoch. Die Scharniere sind derart perfekt ausgewogen, dass sie einerseits federleicht aufgehen, und trotzdem stabil halten. Die Schaniere sind jetzt im Material des Macbook Pro gehalten, bei letzten Gehäusedesign war, zumindest die Abdeckung, aus schwarzem Kunststoff. Das sind definitiv die besten Bildschirmschaniere, die ich je bei einem Notebook gesehen habe. Das ist Perfektion, wie ich sie an Apple Produkten liebe. Ich könnte noch hunderte Worte über die Bildschirmschaniere schreiben, so begeistert bin ich.

Vor der Tastatur habe ich mich schon ein bisschen gefürchtet. Ich hatte die erste Generation der Macbook Tastatur probiert und mochte sie nicht besonders. Die Tastatur des neuen Macbook Pro orientiert sich an dieser Tastatur, wurde aber, so hörte man im Vorfeld, in mehreren Punkten verbessert. Es ist zugegeben schwer mich seitens Tastatur zufrieden zu stellen, bei der bisherigen Macbook Pro Tastatur war für mich das Optimum gefunden. Betonung auf war, denn nach ein paar hundert Anschlägen kann ich sagen, dass ich die neue Macbook Pro Tastatur noch lieber mag, als die im alten Gehäuse. Keine Ahnung was sie ab der zweiten Generation exakt verbessert haben, aber es hat funktioniert. Das Tippgefühl unterscheidet sich von der alten Tastatur ohne Butterfly Mechanismus stark, ist aber sehr angenehm, auch wenn die Tastatur sehr flach ist, deshalb wenig Hub hat. Die Tasten sind größer, als bei der alten Tastatur, und sehr stabil, d.h. sie nicht, wenn man die Taste nicht in der Mitte trifft. Etwas störend finde ich, dass die Tastatur beim Tippen relativ laut ist. In Umgebungen, an welchen Ruhe gefordert ist, kann das problematisch sein.

Das neue Macbook Pro 13″ ist mit einem Force Touch Trackpad ausgestattet. Apple setzt schon seit ein paar Generationen beim Macbook Pro Force Touch Trackpads ein. Ich hatte diese Technologie zwar bereits bei einem Macbook kurz getestet, aber es ist mein erstes eigenes Gerät mit Force Touch Support. Faszinierend, wie glaubwürdig der Klick vorgegaukelt wird. Das Touchpad ist noch mal gehörig gewachsen, ist beim neuen 13″ Macbook Pro wesentlich größer als beim 15″ Modell des alten Gehäuses. Das Trackpad ist überaus exakt, ich hatte nie ein besseres Touchpad unter den Fingern.

Beworben wird das neuen Macbook Pro primär mit der Touchbar. Nicht mehr missen möchte ich sie aufgrund des Touch ID Sensors, wie bereits von den iOS Geräten bekannt. Es ist einfach so viel komfortabler seinen Finger auf den Sensor zu legen, als dutzende Male am Tag sein Passwort einzugeben. Die Touchbar selbst hat definitiv Potential, aber so ein richtiges Killer Feature ist mir noch nicht unter gekommen. Ich arbeite sehr viel mit Tastatur Shortcuts. Die decken die meisten Features der Touchbar ab, allerdings auf noch effektivere Weise. Für Anwender, die mit den Tastatur Shortcuts nicht per Du sind, stellt die Touchbar vermutlich einen größeren Mehrwert dar. Das die ESC-Taste auf die Touchbar gewandert ist, ist für mich akzeptabel, aber als Hardware Taste wäre sie mir lieber gewesen, das ist für mich ein Rückschritt.

Für viel Diskussion haben die Schnittstellen der neuen Macbook Pro gesorgt. Es gibt nur mehr USB-C Anschlüsse, vier an der Zahl, und ausgerechnet einen 3,5mm Klinkenanschluss. Braucht man andere Schnittstellen, muss man geeignete Adapter besorgen. Grundsätzlich halte ich das für den richtigen Schritt, da ich ein ewig Morgiger bin, und derartige Schritte für Fortschritt sorgen. Die Transformationsphase ist zugegeben allerdings nicht frei von Schmerzen. Schnell sammelt sich ein prall gefülltes Säckchen an Adaptern an. In meinem Fall sind das Thunderbolt3/Thunderbolt2, USB-C/USB-A 3.0, USB-C/SD Card Reader, USB-C/Gigabit-Ethernet, USB-C/HDMI. Erfreulich ist, dass es dahingehend bereits einige Adapter gibt, die viele dieser Schnittstellen in einem Gehäuse abdecken. Ich habe mir dahingehend den Satechi Aluminium Multiport Adapter besorgt, den es sogar in Macbook Pro Gehäusefarbe gibt, und mit dem ich sehr zufrieden bin. Es ist sehr praktisch, dass das Macbook Pro an allen vier USB-C Ports geladen werden kann, dennoch vermisse ich den MagSafe Ladeport. Das war schon eine praktische Geschichte, und hat sicher das eine, oder andere, Macbook vor einem Absturz bewahrt. Aus meiner Sicht halten sich dahingehend Vor- und Nachteil die Waage.

Mit einem Macbook Pro mit Retina Display war ich bereits mit einem sehr guten Bildschirm gesegnet. Wenn man das neue Macbook Pro daneben stellt, fällt allerdings sofort auf, dass das Display des neuen Macbook Pro noch wesentlich besser ist. Es ist heller, der Kontrast ist größer, und der dargestellte Farbraum einfach großartig. Ein nettes Detail am Rande ist, dass der Rand um den Bildschirm wesentlich schmäler geworden ist, das schaut besser aus.

Was die technischen Parameter betrifft, fällt im täglichen Betrieb auf, dass die SSD merkbar schneller ist, hinsichtlich Prozessor kann ich, ehrlich gesagt, keine großen Vorteile feststellen. Laut Benchmarks ist das neue Macbook Pro 13“ im Single Core Betrieb merkbar schneller als mein Macbook Pro 15” aus dem Jahr 2012, im Multicore Betrieb hat das fünf Jahre alte Gerät noch immer die Nase vorne, was daran liegt, dass es eine 4-Kern Maschine ist, dass neue 13″ Macbook Pro nur zwei Prozessorkerne hat. Für meine Zwecke ist die Performance sehr gut. Das Macbook Pro hat 16GB RAM, damit finde ich das Auslangen. Für ein Pro Gerät hätte es aber optional ruhig mehr sein dürfen.

Was im Vergleich der beiden Geräte positiv auffällt ist die Akku Laufzeit. Hier läuft das neue wesentlich länger. Mehr als zehn Stunden sind mit light computing (surfen, schreiben) definitiv zu erreichen. Hinsichtlich Akkulaufzeit gibt es natürlich sehr große Schwankungen, abhängig von den Tätigkeiten, die man dem Gerät zumutet.

Würde ich das neue Macbook Pro also empfehlen? Unbedingt! Es ist klein, leicht, sehr leistungsfähig, und beispiellos gut verarbeitet. Der Preis treibt einem leider die Tränen in die Augen, aber dafür bekommt man das derzeit wohl beste Notebook am Markt. Alles eine Frage der Wertigkeiten.

Um es mit Apples Worten zu sagen, “Es ist das beste Macbook Pro aller Zeiten”.

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