Umsonst ist der Tod, und der kostet das Leben

Irrwitzig, dass Manche ernsthaft glauben, dass sie im Netz irgendetwas gratis bekommen. Wieso sollte es sich im Internet anders verhalten, als im realen Leben? Wer hat etwas zu verschenken? Die Konsumenten zahlen die versteckten Kosten auf die eine, oder andere, Weise. Es gibt keine gratis App, kein gratis Social Network.

Bezahlt man nicht monetär, dann zahlt man damit, dass die persönlichen Daten vermarktet werden, beziehungsweise man mit zielgerichteter Werbung zugeballert wird. Gratis Angebote sind nicht daran interessiert sich im Sinn des Benutzers weiterzuentwickeln. Wieso auch, der zahlt ja nichts dafür, sondern im Sinn seiner Finanziers, wie zum Beispiel der Werbewirtschaft? Es gilt für den Anbieter ein gratis Angebot derart zu verbessern, dass es für die Werbeanbieter, oder andere Finanziers, möglichst attraktiv ist. Der Benutzer muss nicht beglückt werden, es reicht ihm bei der Stange zu halten, wenn es sein muss mit Lock-In Mechanismen.

Der Lock-In Effekt wird gerne bei sozialen Netzwerken, aber auch Apps, angewandt. Das kann ein harter, oder softer Lock-In sein. Beispiel für einen harten Lock-In ist, dass man seine Daten, die man auf Jahre eingepflegt hat, weder in menschlich-, noch in maschinell lesbarer Form exportieren kann. Der bekannteste weiche Lock-In ist wohl der Herdentrieb, vorausgesetzt das soziale Netzwerk hat eine kritische Masse überschritten, “Alle meine Freunde sind bei Facebook, wenn ich nicht auch dabei bin, bin ich bei vielen Dingen ausgeschlossen”.

Beide Varianten sind nicht wirklich unterstützenswert. Will man sich mit seinen Inhalten, seine auf Jahre verfassten Texte und Kommentare, der Willkür eines Anbieters ausliefern? Will man ein Mitläufer sein, ein Schaf unter vielen?

Gratis Apps, speziell Games, spielen gerne mit dem Suchtverhalten seiner Opfer. Zuerst werden die Benutzer durch die gratis App angefixt, hat man mal Blut geleckt wird man gerne mit virtuellen Gütern, oder anderen fortschrittsfördernden Massnahmen, abgezockt. Vielleicht doch vernünftiger für ein finales Produkt zu bezahlen, dass einem Frust erspart, und unter dem Strich vermutlich günstiger kommt?

Ich empfehle Allen zu überdenken inwiefern sie ihr virtuelles Leben noch unter Kontrolle haben. Ist es die Unabhängigkeit nicht wert ein paar Euros monatlich zu investieren? Für ein Produkt, auf dessen Entwicklung man Einfluss hat, zu bezahlen, als selbst das Produkt zu sein?

The Verge hat vor ein paar Tagen das Thema gestreift, sie beleuchten unterschiedliche Business Modelle, auch welche, die abseits der Gratiskultur funktionieren. Verschiedene populäre App-Entwickler kommen zu Wort.

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